Neben einigen auch heutzutage noch ausgeübten, im Allgemeinen bekannten Berufsbezeichnungen, finden sich in dieser Sammlung auch die Namen vieler lange nicht mehr ausgeübter, teils aus heutiger Sicht seltsam amutender, alter, historischer Berufe und Tätigkeiten.

Zusätzliche sind auch einige Bezeichnungen für frühere historische Ämter und Aufgaben im Bereich von Kirche, Militär und Verwaltung, sowie Titel und Begriffe aus dem Adel und dem Bauernstand mit aufgeführt.

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BegriffDefinition
AmtsrevisorDie ab 1809 in Baden dem jeweiligen Bezirksamt disziplinarisch unterstellten Amtsrevisorate hatten f...
Amtsschössers. SchösserSchösserDefinition: Aufgabe war im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit das Eintreiben des Schosses (Steuer) und das Schossregister zu führen....
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Amtsschulzes. MeierMeierDefinition: Amtsträger des adligen oder geistlichen Grundherrn zur Verwaltung des Grundbesitzes, ab dem späteren Mittelalter auch ein Pächter oder selbständiger Bauer. Der Meier betrieb für den Grundherrn selbst einen Bauernhof, den Fronhof, beaufsichtigte die Hörigen (villici), welche die dem Fronhof unterstellten Hufen (oder Huben) bewirtschafteten, zog von ihnen die Abgaben für den Grundherrn ein und übte in der Regel als Träger der grundherrlichen Gerichtsbarkeit auch das Hofrecht (Frondienst) aus. Sie waren ursprünglich selbst Hörige; im Laufe des Mittelalters konnten sie oft zu Ministerialen aufsteigen und versuchten ihr Meieramt zu einem erblichen Lehen zu machen. Im Zuge dieser Entwicklung wurden die Naturalabgaben von den Grundherrn häufig in eine feste, jährliche Geldeinkunft umgewandelt, so dass der Meier oft vom Gutsverwalter zum Pächter wurde. S. auch Amtmann, Drost, Schultheiß, Vogt, Kellerer, Pfleger, Schaffner...
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Amtssubstituts. BeigesetzterBeigesetzterDefinition: Stand im 17. Jahrhundert in Mitteldeutschland kurz für beigesetzter Pfarrer und bezeichnete den Amtsgehilfen eines evangelischen Pfarrers....
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Amtsweibels. WeibelWeibelDefinition: Schweizerische Amtsbezeichnung. Untergeordneter Amtsträger einer Obrigkeit oder Herrschaft und nahm vielfältige Aufgaben in der Verwaltung und im Gerichtswesen wahr....
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Anbauers. AbbauerAbbauerDefinition: Im ländlichen Raum Neusiedler, die ab etwa 1830 in die Dorfgemeinschaft eintraten und ein Haus mit Grundstück, aber keine eigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen besaßen. Sie waren nicht zur Nutzung der Allmende berechtigt. Abbauer und Anbauer unterschieden sich nur in der Herkunft ihrer Grundstücke. Abbauer ließen sich auf privatem Grund nieder. Anbauer errichteten ihre Stelle auf Boden, der Gemeineigentum war. Sie standen am unteren Ende der dörflichen Sozialstruktur. Da sie über kein eigenes Land verfügten, konnten sie ihren Lebensunterhalt nicht durch die Landwirtschaft bestreiten. Sie arbeiteten als Handwerker, Hausierer, Händler oder Landarbeiter....
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Anderter WäscherÜbten in Anderten bei Hannover noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts den Beruf der Wäscher aus....
AnisölbrennerGewannen Anisöl, das ätherische Öl aus den Anissamen (Pimpinella anisum), durch Wasserdampfdestil...
Ansager(norddt.) s. LeichenbitterLeichenbitterDefinition: Bis ins 19. Jahrhundert hinein ein öffentliches Amt. Der Leich(en)bitter hatte die Todesnachricht zu überbringen und zum Leichenbegängnis einzuladen. Er ging von Haus zu Haus, oder nach einer ihm aufgegebenen Adressenliste, um im Namen der Hinterlassenen "zur Leiche zu bitten". Das tat er, indem er vor der aufgesperrten Tür oder vor dem geöffneten Fenster ohne namentliche Anrede seinen Spruch aufsagte. Es gehörte sich nicht, ihn hinein zu bitten oder hereinzulassen. Für die Todesnachricht, erhielt er eine Münze zugeworfen oder ein Stück Brot in die Hand gegeben. Er ging beim Begräbnis am Ende des Trauergefolges mit, entrichtete die Gebühren an den Pfarrer, bezahlte das Geläute. Später verabschiedete er die Gäste des Trauermahls und bedankte sich für ihre Teilnahme an der Beerdigung im Namen der Hinterbliebenen. Sie galten wegen ihres Umgangs mit dem Toten als kultisch unrein und wurden als "unehrlicher Berufe" angesehen...
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AödeBezeichnung für einen künstlerischen Berufsstand der vorhomerischen und homerischen Zeit. Aoiden w...
Aoedes. AödeAödeDefinition: Bezeichnung für einen künstlerischen Berufsstand der vorhomerischen und homerischen Zeit. Aoiden waren zum Teil einfache Dichter, im Idealfall jedoch idealtypische Intellektuelle....
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Aoides. AödeAödeDefinition: Bezeichnung für einen künstlerischen Berufsstand der vorhomerischen und homerischen Zeit. Aoiden waren zum Teil einfache Dichter, im Idealfall jedoch idealtypische Intellektuelle....
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Apengießers. RotgießerRotgießerDefinition: Stellen aus einer Legierung, deren Hauptbestandteile Kupfer und Zinn sind (Bronze), verschiedenste Gussarbeiten her, wie etwa Statuen, Leuchter, Grabplatten, Taufbecken und anderes. In dem Beruf, der vor allem im 18. Jahrhundert sehr bedeutend war, wurde die handwerkliche Tradition der mittelalterlichen Beckenwerker fortgesetzt....
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ApothekenfacharbeiterBeruf in der DDR, der in der Apotheke ausgeübt wurde; ähnlich dem des Pharmazeutisch-kaufmännisch...
Archiater(lat.) s. LeibarztLeibarztDefinition: Mediziner, der im Dienste einer hochgestellten Persönlichkeit, beispielsweise eines Politikers, Königs, Präsidenten, Papstes oder Fürsten, steht. Er ist für das Wohl seines Patienten verantwortlich und in der Regel dazu verpflichtet, für diesen rund um die Uhr erreichbar zu sein. Die Stellung des Leibarztes war nicht immer gleich. Sie durchlief vielmehr alle Stufen der Gesellschaftsordnung: vom Sklaven eines römischen Herrschers bis zum Freund eines mittelalterlichen Kaisers oder zum Geliebten einer Königin. Nicht immer war der Leibarzt ein den Durchschnitt überragender Vertreter seines Berufsstandes, immer genoss er aber eine besondere Vertrauensstellung, die weit über die medizinische Betreuung des hohen Patienten hinausging. An den meisten Fürstenhäusern gehörte der Leibarzt dem Hofstaat an. Zu der selbstverständlichen Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit kam im Altertum und im Mittelalter häufig auch noch die Verantwortung für Speise und Trank. Auch hatte der Leibarzt seinen Herrn auf Reisen zu begleiten. Jede erfolgreiche Behandlung des hohen Patienten hob sein Ansehen und füllte meist auch seinen Geldbeutel. Bei Misserfolgen konnte aber leicht das Gegenteil eintreten: Entlassung, Verbannung, Kerker oder gar die Todesstrafe waren in früheren Zeiten die möglichen Folgen verlorener Gunst....
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Archiatros(griechisch) s. LeibarztLeibarztDefinition: Mediziner, der im Dienste einer hochgestellten Persönlichkeit, beispielsweise eines Politikers, Königs, Präsidenten, Papstes oder Fürsten, steht. Er ist für das Wohl seines Patienten verantwortlich und in der Regel dazu verpflichtet, für diesen rund um die Uhr erreichbar zu sein. Die Stellung des Leibarztes war nicht immer gleich. Sie durchlief vielmehr alle Stufen der Gesellschaftsordnung: vom Sklaven eines römischen Herrschers bis zum Freund eines mittelalterlichen Kaisers oder zum Geliebten einer Königin. Nicht immer war der Leibarzt ein den Durchschnitt überragender Vertreter seines Berufsstandes, immer genoss er aber eine besondere Vertrauensstellung, die weit über die medizinische Betreuung des hohen Patienten hinausging. An den meisten Fürstenhäusern gehörte der Leibarzt dem Hofstaat an. Zu der selbstverständlichen Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit kam im Altertum und im Mittelalter häufig auch noch die Verantwortung für Speise und Trank. Auch hatte der Leibarzt seinen Herrn auf Reisen zu begleiten. Jede erfolgreiche Behandlung des hohen Patienten hob sein Ansehen und füllte meist auch seinen Geldbeutel. Bei Misserfolgen konnte aber leicht das Gegenteil eintreten: Entlassung, Verbannung, Kerker oder gar die Todesstrafe waren in früheren Zeiten die möglichen Folgen verlorener Gunst....
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ArkanistIm 18. und 19. Jahrhundert einen Chemiker in der Porzellanherstellung. Die Aufgaben des Arkanisten w...
ArmbrusterHersteller von Armbrüsten....
ArmbrustspannerIn friedlichen Zeiten bestand die Aufgabe der Spanner in der Wartung von Armbrüsten. Im Ernstfall h...
AschenbrennerAufgabe eines Aschenbrenners war es, Holz zu verbrennen. Aus der Asche wurde dann durch Auslaugen un...
AschköterArbeiter in Ziegeleien mit Ringofen-Anlagen, deren Aufgabe es war, die Asche aus den Anlagen zu entf...
Äuglers. BornmeisterBornmeisterDefinition: Im 16. und 17. Jahrhundert eine Aufsichtsperson in einer Saline. Beaufsichtigte in der Saline die Arbeit der Bornknechte, damit diese die Verteilung der Sole ordnungsgemäß und gewissenhaft durchführten....
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AusburgerPersonen, die Bürgerrecht besaßen, ohne im städtischen Rechtsbezirk ansässig zu sein. Sie stande...
Ausbürgers. AusburgerAusburgerDefinition: Personen, die Bürgerrecht besaßen, ohne im städtischen Rechtsbezirk ansässig zu sein. Sie standen zu einem Landes- oder Grundherrn in irgendeinem Abhängigkeitsverhältnis, sei dies nun landesherrliche, grund- oder leibherrliche Abhängigkeit, und traten trotzdem zu einer Stadt in bürgerrechtliche Beziehungen....
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