Neben einigen auch heutzutage noch ausgeübten, im Allgemeinen bekannten Berufsbezeichnungen, finden sich in dieser Sammlung auch die Namen vieler lange nicht mehr ausgeübter, teils aus heutiger Sicht seltsam amutender, alter, historischer Berufe und Tätigkeiten.

Zusätzliche sind auch einige Bezeichnungen für frühere historische Ämter und Aufgaben im Bereich von Kirche, Militär und Verwaltung, sowie Titel und Begriffe aus dem Adel und dem Bauernstand mit aufgeführt.

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BegriffDefinition
Chalupner(Sudetenland) s. HäuslerHäuslerDefinition: Kleinstbauern, die ein kleines Haus und dazu kein oder nur wenig eigenes Land besaßen (unter 10 Joch Feld, also weniger als ein Viertelbauer) sowie nur über wenig oder gar kein Vieh, insbesondere kein Pferd oder einen Arbeitsochsen verfügten. Häusler traten in größerer Zahl ab dem 16. Jahrhundert auf. Die dörfliche Gemarkung war zu dieser Zeit bereits weitgehend unter Hufnern und Gärtnern aufgeteilt. Sie galten als freie Arbeiter im Gegensatz zu den Leibeigenen, standen aber im Regelfall am Rande oder außerhalb der von den Hufnern geprägten Dorfgemeinschaft....
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ChausseewärterWar für den reibungslosen Betrieb und Unterhalt von Landstraßen (so genannte Chausseen) zuständig...
Civiss. BürgerBürgerDefinition: Bewohner einer befestigten (sie bergenden, schützenden) Stadt mit eigenem Stadtrecht. Sie unterschieden sich vom einfachen Einwohner durch besondere Bürgerrechte, das heißt Privilegien und Besitz....
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Cloacarius(lateinisch) s. KloakenreinigerKloakenreinigerDefinition: In mittelalterlichen Städten, zum Beispiel in Köln vom 13. bis 17. Jahrhundert, stand diese Berufsgruppe im sozialen Ansehen tief; es waren gemiedene Außenseiter. Hierunter fallen neben den Kloakenreinigern auch Henker, Abdecker und „Hundeschläger“. Sie waren zum meist nächtlichen Ausheben und Abtransport der Fäkalien aus den öffentlichen und privaten Abtritten verpflichtet. Anderseits waren diese Berufe passabel bezahlt, da sie besonders belastend waren. Oft waren sie auch in Streitereien über ihre Aufgaben verwickelt, der Henker war meist ihr Aufseher....
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Commiss. KommisKommisDefinition: Veraltete Bezeichnung für einen Kontoristen, Handlungsgehilfen oder kaufmännischen Angestellten....
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Corduaners. CorduanmacherCorduanmacherDefinition: Gehören der schon früh sehr differenziert arbeitenden Zunft der Gerber an. Im Gegensatz zum Mittelmeerraum und der arabischen Welt, die schon frühzeitig ein hohes Interesse an feinen, dünnen und farbigen Ledern hatte, setzte sich dieses spezialisierte Handwerk wegen zunächst mangelnder Nachfrage im deutschen Sprachraum erst deutlich später durch....
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CorduanmacherGehören der schon früh sehr differenziert arbeitenden Zunft der Gerber an. Im Gegensatz zum Mittel...
Cornets. RennfähnrichRennfähnrichDefinition: Der Rennfähnrich trug die Fahne des Trosses eines Landsknechtsheeres. Er unterstand im Militär dem Trosswebel. Der Feldweibel war für das Ausrichten (militärisches Antreten in exakter Linie) der Soldaten verantwortlich, indem er vor der Front auf und ab ging. Auf dem Marsch regulierte der Feldweibel das Bewegungstempo der Truppe: Wie das Webschiffchen eilte er vor und zurück, einerseits um die Kolonnenspitze am zu schnellen Vorauseilen zu hindern und andererseits, um langsame Nachzügler anzutreiben....
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Coureur des boiss. WaldläuferWaldläuferDefinition: Bezeichnung für Pelzhändler in Nordamerika am Anfang der Kolonialgeschichte. Im Gegensatz zu den großen Handelsgesellschaften mit ihren Agenten und Niederlassungen zogen sie auf eigene Faust hinaus ins Land, lebten mit den Indianern, jagten mit ihnen und tauschten ihre Pelze ein....
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DageschalkeBezeichnete man im Mittelalter die Eigenleute, also das unfreie Gesinde in Stadt und Land, das in de...
Dagewerchtens. DageschalkeDageschalkeDefinition: Bezeichnete man im Mittelalter die Eigenleute, also das unfreie Gesinde in Stadt und Land, das in der Regel weder eigentums- noch ehefähig, aber dennoch strafrechtlich einem latenten Schutz unterworfen war. Selbst Hofkünstler zusammen mit Barbieren, Musikern, Schneidern, Köchen, Wärtern, Narren und Zwergen eines Hofes wurden als stipendarii oder einfach nur dageschalke geführt....
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DeputantAnfang des 19. Jahrhunderts ein Landarbeiter, welcher zur Arbeit das ganze Jahr verpflichtet wurde u...
Diätarauch Diätarius; Beamte, die nur zeitweise eingestellt waren und außerhalb des Etats besoldet wurde...
DienstboteEine ständig im Haushalt wohnende angestellte Hilfskraft für Arbeiten in der Haus- und Landwirtsch...
Dienstmädchens. DienstboteDienstboteDefinition: Eine ständig im Haushalt wohnende angestellte Hilfskraft für Arbeiten in der Haus- und Landwirtschaft. Im engeren Sinne ist es eine im Haushalt beschäftigte Arbeitskraft. Als Blütezeit des Dienstbotenwesens in Westeuropa gilt das 19. Jahrhundert und beginnende 20. Jahrhundert. Für bürgerliche Haushalte dieser Zeit war die Beschäftigung mindestens eines Dienstmädchens ein wesentliches Merkmal des eigenen Standes....
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Dienstmagds. MagdMagdDefinition: Weibliches Mitglied des Gesindes und das weibliche Gegenstück des Knechts. Im bäuerlichen Bereich wurde bei mehreren Mädgen auf einem Hof zwischen der Großmagd und der Kleinmagd unterschieden. Im deutschen Sprachraum ist der Begriff veraltend. s. auch Dienstbote...
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DiurnistVor allem im österreichischen Raum einen in der Verwaltung auf Tagegeldbasis Beschäftigten, der al...
Domschweizers. KirchenschweizerKirchenschweizerDefinition: Türhüter und Aufseher in katholischen Kirchen. Aufgabe der Kirchenschweizer war es beim Gottesdienst und bei besonderen Anlässen im Kirchengebäude mit seiner festlichen Gewandung für Ordnung zu sorgen, bei der Platzsuche zu helfen und sich darum zu kümmern, dass der liturgische Ein- und Auszug sowie der Empfang der Heiligen Kommunion würdevoll und geordnet verlaufen. In der Regel ist der Kirchenschweizer Angestellter einer Kirchengemeinde, Pfarrei oder der Diözese. S. auch Schweizer...
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Domstäblers. KirchenschweizerKirchenschweizerDefinition: Türhüter und Aufseher in katholischen Kirchen. Aufgabe der Kirchenschweizer war es beim Gottesdienst und bei besonderen Anlässen im Kirchengebäude mit seiner festlichen Gewandung für Ordnung zu sorgen, bei der Platzsuche zu helfen und sich darum zu kümmern, dass der liturgische Ein- und Auszug sowie der Empfang der Heiligen Kommunion würdevoll und geordnet verlaufen. In der Regel ist der Kirchenschweizer Angestellter einer Kirchengemeinde, Pfarrei oder der Diözese. S. auch Schweizer...
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DonkeymanBezeichnung für einen Hafenarbeiter oder Seemann, der den Donkey (englisch für „Esel“), die Hi...
Dorfhirtes. GemeindehirteGemeindehirteDefinition: Hirte für Pferde, Rinder, Schweine und Schafe, den es in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert in jedem Dorf gab. Die Schweinehirten gab es nach dem Aufkommen der Stallfütterung noch bis in die Zeit der beiden Weltkriege. Der Gemeindehirte war oft am unteren Rand der ländlichen Gesellschaft. Er erhielt seinen vereinbarten Lohn (meist am Sonntag vor Martini) von der Gemeinde und von den Bauern und lebte u.a. auch vom Hirtenacker....
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Dorfschulzes. SchultheißSchultheißDefinition: Er hatte im Auftrag seines Herren die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten, also Abgaben einzuziehen oder für das Beachten anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen. Früher wurde zwischen dem Stadtschulzen und dem Dorfschulzen unterschieden. In der städtischen Gerichts- und Gemeindeverfassung war er ein Beauftragter zur Ausübung der Verwaltungshoheit und Rechtspflege. Der Schultheiß war meist auch Richter der niederen Gerichtsbarkeit. ...
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DrahtzieherStellen aus Metallen wie zum Beispiel Eisen und Kupfer Drähte und Kabel her. Sie bereiten hierzu da...
DrechslerVerarbeitet vorrangig Holz, aber auch Horn, Elfenbein, Bernstein, Alabaster, Serpentin. Nahe verwand...
DreschgärtnerWurden auf von Rittergütern abgetrenntem Land angesiedelt und waren zu Fronleistungen beim Dreschen...