Neben einigen auch heutzutage noch ausgeübten, im Allgemeinen bekannten Berufsbezeichnungen, finden sich in dieser Sammlung auch die Namen vieler lange nicht mehr ausgeübter, teils aus heutiger Sicht seltsam amutender, alter, historischer Berufe und Tätigkeiten.

Zusätzliche sind auch einige Bezeichnungen für frühere historische Ämter und Aufgaben im Bereich von Kirche, Militär und Verwaltung, sowie Titel und Begriffe aus dem Adel und dem Bauernstand mit aufgeführt.

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BegriffDefinition
Tors. NarrNarrDefinition: Im Mittelalter Personen, die als Spaßmacher für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollten und dabei meist auffällig gekleidet waren. Narren fanden sich sowohl im ritterlichen Gesinde als auch an Fürstenhöfen. Für die dort tätigen Hofnarren galt die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch die Parodierung von Adeligen war den Hofnarren erlaubt. Sie sollten ursprünglich ihren Herrn nicht belustigen, sondern ihn als ernste Figur ständig daran erinnern, dass auch er der Sünde verfallen könne und in religiöser Deutung seinem Herren als Erinnerer an die Vergänglichkeit seines menschliches Dasein dienen. Sie waren also eine soziale Institution zulässiger Kritik....
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Totenbitters. LeichenbitterLeichenbitterDefinition: Bis ins 19. Jahrhundert hinein ein öffentliches Amt. Der Leich(en)bitter hatte die Todesnachricht zu überbringen und zum Leichenbegängnis einzuladen. Er ging von Haus zu Haus, oder nach einer ihm aufgegebenen Adressenliste, um im Namen der Hinterlassenen "zur Leiche zu bitten". Das tat er, indem er vor der aufgesperrten Tür oder vor dem geöffneten Fenster ohne namentliche Anrede seinen Spruch aufsagte. Es gehörte sich nicht, ihn hinein zu bitten oder hereinzulassen. Für die Todesnachricht, erhielt er eine Münze zugeworfen oder ein Stück Brot in die Hand gegeben. Er ging beim Begräbnis am Ende des Trauergefolges mit, entrichtete die Gebühren an den Pfarrer, bezahlte das Geläute. Später verabschiedete er die Gäste des Trauermahls und bedankte sich für ihre Teilnahme an der Beerdigung im Namen der Hinterbliebenen. Sie galten wegen ihres Umgangs mit dem Toten als kultisch unrein und wurden als "unehrlicher Berufe" angesehen...
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Totenfrau s. HeimbürgeHeimbürgeDefinition: auch Heimbürgin; Aufgabe war es, den Verstorbenen zu waschen und anzukleiden. Sie wurde von den engsten Angehörigen des Trauerhauses bestellt, meist war sie eine auf diese Aufgabe spezialisierte Frau aus dem Dorf oder Stadtviertel oder auch eine Nachbarin. s. auch Heimbürger...
, LeichenbitterLeichenbitterDefinition: Bis ins 19. Jahrhundert hinein ein öffentliches Amt. Der Leich(en)bitter hatte die Todesnachricht zu überbringen und zum Leichenbegängnis einzuladen. Er ging von Haus zu Haus, oder nach einer ihm aufgegebenen Adressenliste, um im Namen der Hinterlassenen "zur Leiche zu bitten". Das tat er, indem er vor der aufgesperrten Tür oder vor dem geöffneten Fenster ohne namentliche Anrede seinen Spruch aufsagte. Es gehörte sich nicht, ihn hinein zu bitten oder hereinzulassen. Für die Todesnachricht, erhielt er eine Münze zugeworfen oder ein Stück Brot in die Hand gegeben. Er ging beim Begräbnis am Ende des Trauergefolges mit, entrichtete die Gebühren an den Pfarrer, bezahlte das Geläute. Später verabschiedete er die Gäste des Trauermahls und bedankte sich für ihre Teilnahme an der Beerdigung im Namen der Hinterbliebenen. Sie galten wegen ihres Umgangs mit dem Toten als kultisch unrein und wurden als "unehrlicher Berufe" angesehen...
oder (Baden) SeelnonneSeelnonneDefinition: In Süddeutschland Frauen aus unteren sozialen Schichten bezeichnet, die in der Tradition der Beginen im späten Mittelalter und früher Neuzeit als Gelegenheitsverdienst Aufgaben wie Leichenpflege, Einsargen, Sterbebekanntmachung und allgemeine organisatorische Erledigungen im Zusammenhang mit Todesfällen übernahmen. s. auch Heimbürge...
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Totenweib(Baden) s. SeelnonneSeelnonneDefinition: In Süddeutschland Frauen aus unteren sozialen Schichten bezeichnet, die in der Tradition der Beginen im späten Mittelalter und früher Neuzeit als Gelegenheitsverdienst Aufgaben wie Leichenpflege, Einsargen, Sterbebekanntmachung und allgemeine organisatorische Erledigungen im Zusammenhang mit Todesfällen übernahmen. s. auch Heimbürge...
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TraktoristIn der UdSSR und der Deutschen Demokratischen Republik eine Bezeichnung für Kraftfahrer in Kolchose...
Tramwayschienenritzenkratzer(Wien) s. RitzenschieberRitzenschieberDefinition: Ungelernter Arbeiter, der die Rillenschienen von Straßenbahnen sauber hielt, indem er mithilfe einer stockähnlichen Spezialschaufel oder eines kurzen und steif gebundenen Rutenbesens, der am anderen Stielende ein etwas zugespitztes Flacheisen trug, den Schmutz entfernte...
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TrapperFallensteller und Pelztier-Jäger. Der Begriff wird vornehmlich für die Fallensteller Nordamerikas ...
TreibziseleurTreibt mit überwiegend rund polierten Punzen und einem Ziselierhammer Reliefs/Bilder in ein Kupferb...
TrobadorDichter, Komponisten und Sänger höfischer mittelalterlicher Lieder, insbesondere der in okzitanisc...
Trockenscherers. BarbierBarbierDefinition: Im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit wurden im Bereich der Körperpflege, Wundheilung und Krankenpflege tätige Personen wie Bartscherer, Badeknechte und Krankenpfleger als Barbiere oder Balbierer bezeichnet. Wie der Bader pflegte der Barbier vorwiegend die Behaarung von Männern. Ihm oblagen auch Zahnextraktionen, Aderlasse und Klistiere. Der Beruf des Barbiers galt als unehrlicher Beruf....
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TrompeterTrompeter waren hoch angesehene Beamte. Vom ausgehenden Mittelalter bis ins Barock galt die Trompete...
Troubadours. TrobadorTrobadorDefinition: Dichter, Komponisten und Sänger höfischer mittelalterlicher Lieder, insbesondere der in okzitanischer Sprache verfassten Trobadordichtung im südlichen Frankreich. Die Zeit der Trobadore ist vor allem das 12. und 13. Jahrhundert. ...
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Trouvères. TrobadorTrobadorDefinition: Dichter, Komponisten und Sänger höfischer mittelalterlicher Lieder, insbesondere der in okzitanischer Sprache verfassten Trobadordichtung im südlichen Frankreich. Die Zeit der Trobadore ist vor allem das 12. und 13. Jahrhundert. ...
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TruchsessUrsprünglich die Bezeichnung für den obersten Aufseher über die fürstliche Tafel, später für d...
TruhenmeisterFinanzverwalter der Ritterschaft...
TuchbereiterHandwerker, der das gewebte und gewalkte wollene Tuch aufbereitete, also ihm durch Rauhen, Scheren u...
TuchmacherWeber, die feine gewalkte und geraute Wollgewebe, sogenannte Tuche, herstellten, ...
TuchschererHandwerksberuf des Textilgewerbes. Die Tätigkeit des Tuchscherens ist ein wichtiger Veredelungsschr...
TuchwalkerArbeitskräfte, die seit der römischen Antike das Gewerbe der Wäschereinigung betrieben. Sie benut...
Tüöttes. TöddeTöddeDefinition: Saisonal wandernde Kaufleute und Hausierer aus Westfalen und angrenzenden Regionen, die insbesondere das in ländlich-häuslichen Betrieben während des Winters hergestellte Leinen, später auch Metallwaren, im folgenden Sommer erst in den Niederlanden (ugs. Holland) und dann in ganz Nordeuropa, von England bis Riga verkauften....
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Turmbläsers. TürmerTürmerDefinition: Hatten allgemein die Aufgabe, vom höchsten Turm aus die Stadt oder Burg vor Gefahren zu warnen, wie z.B. herannahende Truppen und Banden, aber auch Brände. Je nach Gegebenheit wurden dafür Kirchtürme oder Türme der Stadtbefestigung genutzt, innerhalb der Burgen meist der Bergfried. Zur Warnung der Bürger nutzten die Türmer entweder ein Wächterhorn, eine Glocke, Signalflaggen oder bei Dunkelheit auch Lampen. Es war durchaus üblich, dass Türmer auch im Turm wohnten. Eine weitere Aufgabe konnte zudem das stündliche Schlagen einer Glocke zur Zeitangabe sein....
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TürmerHatten allgemein die Aufgabe, vom höchsten Turm aus die Stadt oder Burg vor Gefahren zu warnen, wie...
Turmtüters. Michel-TürmerMichel-TürmerDefinition: Trompeter, der in der Tradition des Amtes der Turmbläser vom Turm der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis täglich morgens und abends Choräle in alle vier Himmelsrichtungen spielt. Der Brauch wurde während der Reformation in Hamburg eingeführt....
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Turmwächters. TürmerTürmerDefinition: Hatten allgemein die Aufgabe, vom höchsten Turm aus die Stadt oder Burg vor Gefahren zu warnen, wie z.B. herannahende Truppen und Banden, aber auch Brände. Je nach Gegebenheit wurden dafür Kirchtürme oder Türme der Stadtbefestigung genutzt, innerhalb der Burgen meist der Bergfried. Zur Warnung der Bürger nutzten die Türmer entweder ein Wächterhorn, eine Glocke, Signalflaggen oder bei Dunkelheit auch Lampen. Es war durchaus üblich, dass Türmer auch im Turm wohnten. Eine weitere Aufgabe konnte zudem das stündliche Schlagen einer Glocke zur Zeitangabe sein....
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UhrenträgerBezeichnung für einen historischen Beruf eines Händlers der Schwarzwalduhren auf Rückentragen ode...